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BRUSTWANDSCHMERZEN
Brustwandschmerz
Finden Sie Ihre Schmerzdiagnose selbst
Brustwandschmerzen können von verschiedenen Strukturen ausgehen,
deshalb zunächst zur Anatomie (= Lehre vom Aufbau
des Körpers):
| Die
Schichten der
Brus
twand:
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Natürlich kann ein
Brustwandschmerz von inneren Organen (Herz, Lunge bzw. Lungenfell)
ausgehen. Primär ist aber dafür ein Facharzt für innere Medizin
zuständig.
Die
spezielle Schmerztherapie befaßt sich hpts. mit folgenden
Schmerzerkrankungen:
1.
Mastodyn ie
(= von der
weiblichen Brust ausgehend)
2.
Gürtelrose
3.
Interkostalneuralgien
4.
BWS-Syndrom
5.
Tie tze Syndrom
6.
Cyriax
Syndrom (selten)
Zu den
einzelnen
Schmerzkrankheiten:
- Der Begriff "Mastodynie"
oder "Mastalgie"
beschreibt im eigentlichen Sinne
Schmerzen
in der weiblichen B
rust als Organ, häufig mit einer Schwellung einhergehend. Die häufigste
Ursache für diesen Brustwandschmerz ist eine En tzündung der
Brustdrüse (Mastitis).
Diese Brustwandschmerzen treten auch im Rahmen des sog.
prämenstruellen Syndroms auf, begleitet von Dysmenorrhö
(= schmerzhafte Regel), Kopfschmerzen, Völlegefühl, seelische Verstimmung, evtl. Ödembildung
(=
krankhafte Flüssigkeitsansammlung),
Exazerbierung
(= neuerliche
Verschlimmerung)
einer
Migräne oder ganz selten auch Epilepsie
(= Fallsucht).
Als Ursache wird eine hormonale und neurovegetativer Dysfunktion
(= das vegetative, unwillkürliche Nervensystem betreffende
Fehlfunktion)
vermutet.
Auch nach kosmetischen Operationen kann ein Brustwandschmerz
verbleiben.
Ganz selten können auch beim Mann
Schmerzen
im B
rustorgan auftreten und
zwar im Rahmen einer sog. Gynäkomastie. Dabei kommt es zu einer
meist beidseitigen Hypertrophie
(=
Größenzunahme eines Gewebes oder Organs nur durch
Zellvergrößerung) des
Brustdrüsenkörpers. Zugrunde liegt meist eine endokrine
(= die Hormondrüsen betreffende)
Erkrankung, manchmal auch
infolge eines hormonaktiven Tumors.
Die Behandlung dieser Brustwandschmerzen erfolgt primär
fachspezifisch (Frauenarzt, Endokrinologe).
Es kommt aber häufiger vor, daß trotz einer kausalen
(= auf die
Ursache gerichteten)
Behandlung Brustwandschmerzen weiter bestehen und so Anlaß zu
einer
Schmerztherapie geben können.
Zur
Schmerztherapie eignen sich wiederholte
Interkostalblockaden
(= Betäubung
der Zwischenrippennerven)
mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel. In
hartnäckigen Fällen kann die Blockadefrequenz durch Implantation
eines Katheters so erhöht werden, daß eine
kontinuierliche Nervenblockade zustande kommt.
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein
dünner Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen
Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht “aufgeschnitten” werden. In
der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils
nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen
Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine
Pumpe angeschlossen werden.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen,
daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen
sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung
resultiert und damit verschiedenen Schmerzursachen, insbesondere
entzündlichen, entgegenwirkt.
- Die
Gürtelrose kann mit einem Brustwandschmerz
einhergehen.
Die
Gürtelrose
(Herpes
zoster) ist eine neurodermale
(= Ner
ven und
Haut betreffende)
Infektionskrankheit. Der Erreger ist der Her
pes-Varizellen-Virus. Als Tröpfcheninfektion führt der Erstkontakt
vorwiegend bei Kindern zu den bekannten Windpocken, an sich eine
harmlose Kinderkrankheit.
Leider hat das Virus die Eigenschaft, über Jahrzehnte in
bestimmten Bereichen des Nervensystems zu überleben, ohne daß
Krankheitszeichen vorhanden sind. Kommt es aber zu einer
Schwächung des Immunsystems, so wird das Virus reaktiviert und
erreicht über sensible Nervenbahnen die Haut und es entsteht der
Gürtelrose.
Der
Herpes Zoster
befällt überwiegend die Nervensegmente der unteren
Brustwirbelsäule, seltener den
Gesicht
s- bzw.
Kopf
bereich (Gesichtsrose)
(Zoster
ophthalmicus,
Zoster oticus).
Mehr über die Gür
telrose erfahren Sie
hier.
- Die sog.
Intercostalneuralgie beschreibt ziehende,
gürtelförmige Brustwandschmerzen entlang einem oder mehreren
Zwischenrippenräumen mit typischen Druckpunkten paravertebral
(=
neben der Wir
belsäule),
in der Axillarlinie
(= von der
Achselhöhle abwärts)
und paramedian vorn
(= neben der
Mittellinie vorne).
Betroffen sind die sog. Zwischenrippenner
ven (Nn. intercostales).
Häufige Ursachen: degenerative
(= abnutzungsbedingte) Veränderung der
Wirbelsäule
mit Kompression
(= Einengung)
der
Nervenwurzel
n, Zustand nach
Thorakotomie
(=
operative Eröffnung des Brustkorbs, evtl. mit Rippenentfernung),
in diesem Falle spricht man von einem sog.
Postthorakotomiesyndrom.
Mehr über die
Interkostalneuralgie erfahren Sie
hier.
- Im Rahmen eines
BWS-Syndrom
s
(Brustwirbelsäulensyndrom)
kann es ebenfalls zu Brustwandschmerzen (chronische) kommen.
Das B
rustwirbelsäulen-Synd rom (BWS-Syndrom)
ist ein Sammelbegriff für
Schmerzen,
die von der B
rustwirbelsäule ausgehen oder den Brustwirbelsäulenbereich betreffen. Von
den Abschnitten der Wirbelsäule ist die BW S hinsichtlich
chronischer Schmerzen prozentual am wenigsten betroffen.
Statisch-dynamische Faktoren spielen hier eine untergeordnete
Rolle, es dominieren reflektorische
(= von einem anderen erkrankten Organ ausgehende,
reflexartige)
Störungen, hauptsächlich im myofaszialen
(=
Muskeln
und deren Gewebsumhüllung betreffenden) System.
Mehr über das
Brustwirbelsäulensyndrom erfahren Sie
hier.
- Schmerztherapeutisch
bedeutsam sind Brustwandschmerzen beim Tietze-Syndrom,
das teilweise auch als
Costochondritis bezeichnet wird. Diesem liegen
Störungen im Bereich der oberen sternokostalen Übergänge
(= Übergänge
vom Brus
tbein zu
den Ri
ppen)
zugrunde, hervorgerufen durch synchondrosennahe
(= nahe am
Knorpelgelenk gelegene)
Überlastungs- oder Ermüdungs(mikro)brüche, nicht selten nach
einer Thorakotom ie
(= operative
Eröffnung des Brustraumes).
In der Regel geben die Patienten einseitige, unspezifische
Brustwandschmerzen an, überwiegend links, die bei
Beschwerdezunahme auch in den linken
Arm
ausstrahlen und dann Herzbeschwerden vortäuschen können. In
vielen Fällen bestand bei Patienten mit einem
Morbus Tietze
deshalb in der Vorgeschichte schon häufiger der Verdacht auf
Herzinfarkt. Bei rechtsseitiger Beschwerdelokalisation kann
es auch zu einer Schmerzausstrahlung in den rechten (Ober-) Ar
m kommen.
Vegetative Begleiterscheinungen, wie beschleunigter Puls und
Hitzegefühl sind nicht selten und der Schmerzcharakter ist oft
brennend oder glühend, also ganz im Sinne einer
Sympathalgie
(=
Schmerz,
ausgehend vom vegetativen Nervensystem)
bzw. eines
Quadranten-Syndrom
s (=
vegetative Schmerzen im Bereich eines Körperviertels).
Beim
Quadrantensyndrom folgt die Schmerzausbreitung nicht der
segmentaler Ordnung der
Nerven
sondern mehr dem Verlauf eines größeren Blutgefäßes.
Die Behandlung der Brustwandschmerzen beim
Tietze Syndrom
wird
hier
beschrieben.
- Beim
Cyr iax Syndrom besteht ein atmungssynchron
(= atmungsabhängig)
verstärkter Brus twandsch
merz in der vorderen Axillarlinie
(= senkrechte Linie durch die vordere Achselfalte).
Dieser entsteht meist durch eine
indirekte Brustkor
bverletzung, so z.B. durch abnorme Streckbewegung oder auch starkes
Husten, wodurch sich die Rippenknorpel VIII-18
(= 8-10)
aus ihren Bandverbindungen lösen und auf die Pleura sowie die beteiligten
Interkostalnerven drücken.
Bei der Untersuchung findet sich ein Druckschmerz über den
Enden der Rippen VIII-X
(= 8-10), evtl.
auch mit einer tast- und evtl. sogar hörbarer Dislokation
(= Verlagerung).
Zur
Schmerztherapie eignen sich
seriellen Blockaden der beteiligten Interkostalnerven mit einem lang
wirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel),
evtl. sogar
kontinuierlich mit Katheter.
Ausführlicheres hier:
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Die Methoden der modernen
Schmerztherapie
bieten auch optimale Voraussetzungen für eine
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bzw.
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damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen
rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr
darüber erfahren Sie hier:
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Was bringt die Gesundheitsreform für Schmerzpatienten ? Hier eine
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Aktualisiert: >19.08.2007</>
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